Die deutschen Tops und Flops unter den Unternehmen lassen sich an ihren Aktienkursen ablesen. Ins Jahr 2019 starteten die Börsen turbulent, die Gesamtbilanz fiel positiv aus. Der Dax legte um mehr als zehn Prozent zu, beim MDAX waren es 15, beim TecDax knapp zehn Prozent. 

Wer mit Anlagen richtiges Geld verdienen wollte, musste eher auf die Werte in den kleinen Indizes schauen. So legte die im TexDax vertretene Nordex-Aktie um über 95 Prozent zu. Auch den größten Flop mit einem Minus von über 29 Prozent gab es im TecDax (Drillisch). Die durch die Medien gejagte Wirecard-Aktie verlor hingegen “nur” reichlich 15 Prozent.

Wer sind die Tops und Flops?

Der Gewinner in den Indizes – die Nordex SE – ist ein norddeutscher Hersteller von Windenergieanlagen. Teilweise errichtet Nordex komplette Windparks und übergibt sie schlüsselfertig an die Betreiber. An den Offshore-Anlage in der Nordsee ist Nordex allerdings nicht beteiligt, diesen Bereich besetzt das Unternehmen derzeit nicht. 

Vielmehr fokussiert es auf sogenannte Schwachwindanlagen, die dort ab besten funktionieren, wo es meistens nur mäßigen Wind gibt – also überall im Land. Dieses Geschäftsmodell muss sich offenkundig sehr gut rentieren. Nordex hat seinen Stammsitz in Rostock und Produktions-/Servicestandorte in China und den USA sowie Tochtergesellschaften und Zweigniederlassungen in 19 Staaten. 

Die weltweit installierte Gesamtleistung dürfte mit Stand April 2019 (genaue Zahlen fehlen) über 25 GW betragen. 2018 erhielt Nordex einen schwedischen Großauftrag über 114 Turbinen mit 475 MW, auch das löste den aktuellen Run auf die Nordex-Aktie aus. Das Geschäft mit der Windkraft dürfte noch auf Jahrzehnte ungebrochen wachsen. Der Verlierer Drillisch ist der Telekommunikationsanbieter, der unter anderem hinter 1&1 steht. 

Die Muttergesellschaft ist seitt 2017 United Internet, zum Portfolio gehören Festnetz-, Mobilfunk- und IPTV-Dienste. Der Konzern, der sich aktuell an der Auktion der G5-Lizenzen beteiligt, kämpft nicht nur mit dem harten Wettbewerb, sondern auch mit internen Problemen. Kunden fühlen sich durch hauseigene Telefonverkäufer abgezockt, der Service findet fast nur über die sehr unübersichtliche Webseite statt. 

Wenn Drillisch zudem bei der 5G-Auktion (noch bis 20.05.2019) keine Frequenz ersteigert, dürfte die Aktie möglicherweise ins Bodenlose fallen.

Tops & Flops im Überblick (Q 1/2019, Indizes gemischt)

Tops

  • Nordex: +95,23 %
  • Nemetschek: +59,27 %
  • Zalando: +56,11 %

Flops

  • Drillisch: -29,17 %
  • ProSiebenSat.1: -18,10 %
  • Telefonica: -17,96 %

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