Das Webdesign unterliegt Trends, wie wir schnell feststellen, wenn wir auf ältere Webseiten stoßen: Was in den frühen 2000er oder gar in den 1990er Jahren designt wurde, wirkt heute anrührend anachronistisch. Solche Seiten – ein Fall für das Internet-Museum – sind indes selten zu finden, weil sie aus dem Netz genommen oder re-designt werden. Was ist von den schnell wechselnden Trends im Webdesign zu halten? Brauchen wir diese oder sind sie nur ein Beschäftigungsprogramm für die Designer?

Webdesign und Webtechnologie

Die Trends im Webdesign folgen sehr stark den technischen Möglichkeiten. Was funktioniert, wird ausprobiert. Seit einigen Jahren unterstützen praktisch alle Browser die CSS3-Eigenschaft gradient. Seither beobachten wir großflächige Verläufe auf den Webseiten. Es gibt noch mehr solche technisch indizierten Gestaltungstrends, von denen einige gerade ihren Gipfel erreichen, während andere ihren Höhepunkt schon wieder hinter sich haben. 

Auf dem Höhepunkt eines Webdesign-Trends können die Profis den Effekt schon fast nicht mehr sehen, doch die Kunden entdecken ihn gerade und wollen ihn unbedingt haben. Wenn der Trend schließlich seinen Zenit überschritten hat, reagiert die Szene häufig mit einem krassen Gegentrend. So wurde der Skeomorphismus durch das Flat Design ersetzt, auf abgerundete Ecken folgte alsbald Metro UI. Es gäbe noch viel mehr solcher Beispiele.

Wie sinnvoll ist es, den Webdesign-Trends zu folgen?

Einige der Trends haben keinen ästhetischen, sondern einen technisch-praktischen Hintergrund. Als prominentestes Beispiel wäre Responsive Webdesign zu nennen, also die Fähigkeit einer Webseite, das aufrufende Endgerät zu erkennen und sich an dieses Display oder Desktop angepasst zu öffnen. Seit es Responsive Webdesign gibt, müssen Firmen nicht mehr eine gesonderte mobile Version ihrer Webseite erstellen lassen. 

Dieses Feature dürfte für immer und ewig benötigt werden, niemand sollte sich also dem “Trend zum Responsive Webdesign” verschließen. Er bedeutet einfach eine höhere Usability, außerdem werden die responsiv designten Seiten SEO-technisch belohnt. Andere Trends könnten vorübergehend sein, so der Trend zu bestimmten Layouts (Farbe, Schriftart, Framing) oder der Trend zum Einbinden von Videos oder Hintergrundmusik beim Öffnen der Seite. 

Gerade der Fokus auf Videos scheint eher ein Pseudotrend zu sein. Seine Verfechter werden nicht müde zu betonen, dass sich die Menschen viel lieber ein Filmchen anschauen als einen Text zu lesen, doch das stimmt nicht unbedingt: In manchen Situationen wollen die User einfach blitzschnell eine Info, die viel besser per Text zu vermitteln ist, sie schauen gerade keine Videos. Daher müssen Designer nicht auf jeden Zug aufspringen, der gerade vorbeifährt.

About Redaktion

Unsere Redaktion veröffentlicht regelmäßig interessante Beiträge über verschiedenste Themenbereiche ... Haben Sie auch ein spannendes Thema, worüber Sie gerne einen Artikel schreiben würden? ... Wenn ja, nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf!

Bild / Quelle:

  • (Beitragsbild: webdesign-trends-gesellschaft): © gerast / Pixabay.com