Vom Grundsatz her ist jede Finanzierung etwas günstiger als das beste Leasing. Allerdings haben beide Varianten ihre jeweiligen Vorzüge. Gewerbetreibende wählen oft das Leasing, weil sie die Leasingrate unmittelbar monatlich von der Steuer absetzen können.

Das ist allerdings kein echter finanzieller Vorteil, denn ihre Finanzierungskosten und die Abschreibung eines kreditfinanzierten oder bar bezahlten Wagens können sie ebenfalls absetzen – nur eben mit der Jahressteuererklärung. Wir wollen uns die beiden Modelle Leasing und Finanzierung etwas näher anschauen.

Vor- und Nachteile des Leasings

Das Leasing hat für Gewerbetreibende den Vorteil, dass sie im Abstand von wenigen Jahren immer wieder ein neues Fahrzeug fahren. Kaum ein Privatfahrer wechselt sein finanziertes oder auch bar bezahltes Auto nach drei bis vier Jahren (übliche Leasinglaufzeit) gegen ein neues Modell aus. Das ist einfach unbequem, der Verkauf des Gebrauchten könnte zudem mit Verlusten verbunden sein. Wer dennoch so vorgeht, büßt möglicherweise gegen das Leasing sogar finanziell ein.

Denn bei jenem wird der Restwert des Wagens exakt ermittelt (wenn er nicht ohnehin durch Kilometerleasing feststeht), während private und selbst gewerbliche Verkäufer dazu tendieren, ihren Gebrauchten zu verschleudern. Auch das monatliche Absetzen der Leasingrate als Betriebsausgabe kann vorteilhaft sein, denn es generiert ein wenig Liquidität durch unmittelbare Steuerersparnisse. Diese Liquidität kann der Gewerbetreibende in sein Geschäft investieren. Dieser Effekt, mit dem Leasinganbieter heftig um die gewerbliche Kundschaft werben, ist aber nicht sehr groß.

Dem stehen die Nachteile beim Leasing gegenüber. Es ist grundsätzlich etwas teurer, denn der Händler und die Leasingbank wollen daran kräftig verdienen, außerdem kann jeder kleinere Schaden wie die Schramme auf dem Parkplatz zu einer vom Händler deutlich monierten Wertminderung führen. Fahrer von geleasten Fahrzeugen verhalten sich daher ganz besonders vorsichtig – das ist auch nervtötend.

Vor- und Nachteile der Finanzierung

Ein finanziertes Auto genießen Sie richtig, wenn die Raten bezahlt sind. Das ist oft ab dem fünften Jahr der Fall, viele Halter finanzieren über 48 Monate. Dann kostet das Auto nur noch den üblichen Unterhalt. War es beim Kauf ein relativ oder komplett neues Auto, können Sie es nun noch vielleicht sechs bis acht Jahre ohne größere Verschleißreparaturen fahren (je nach Marke).

Sie können jederzeit einen neuen Wagen anschaffen und den alten verkaufen, das müssen Sie aber nicht. Gerade private Autofahrer fühlen sich dadurch sehr beruhigt, finanzieren gern und fahren dann den Wagen, bis es kaum noch geht. Insgesamt haben sie damit gegenüber dem Leasing Geld gespart. Wie viel Geld das konkret ist, hängt sehr stark vom Einzelfall ab. Wenn das Auto in der Garage steht und nur moderat gefahren wird, hält es sehr lange. Wer es immer pünktlich zu den Inspektionen bringt, hat daran noch über Jahre ohne Monatsrate seine Freude.

Allerdings stecken in diesem Umstand auch schon bestimmte Nachteile einer Finanzierung. Die Fahrer tendieren dazu, den Wagen zu lange zu fahren, bis plötzlich extrem hohe Verschleißreparaturen auftreten. Wer dann verkaufen möchte, erlebt die böse Überraschung, dass das Auto nicht mehr viel wert ist.

About Redaktion

Unsere Redaktion veröffentlicht regelmäßig interessante Beiträge über verschiedenste Themenbereiche ... Haben Sie auch ein spannendes Thema, worüber Sie gerne einen Artikel schreiben würden? ... Wenn ja, nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf!

Bild / Quelle:

  • (Beitragsbild: leasing-oder-finanzierung-auto): © geralt / Pixabay.com