Was klingt besser? Seit Jahren tobt ein teilweise erbitterter Meinungsstreit darum, was besser klingt: die Audio-CD bzw. andere digitale Datenträger wie der USB-Stick oder die Schallplatte? Fans der jeweiligen Tonträger schwören auf ihre Variante, Ingenieure versuchen mit technischen Fakten zu belegen, dass digitale Datenträger überlegen sind.

Dann gibt es noch die versöhnliche Auffassung, dass unser Klangempfinden rein subjektiv ist. Doch woran liegt es, dass die Verkaufszahlen von Schallplatten seit einigen Jahren wieder in die Höhe schnellen? Nur an einem subjektiven und nostalgischen Empfinden?

Argumente für die Schallplatte

Immer wieder hört man von den Verfechtern der Schallplatte, dass sie “wärmer” klingt. Das charmante Knistern etwas älterer, häufig abgespielter Platten kommt als nostalgischer Effekt hinzu, doch das ist es nicht, was ihre Anhänger so sehr begeistert. Offenbar transportieren sie tatsächlich ein höheres Klangspektrum, das schon durch die Aufnahmetechnik im Studio, aber auch durch die Wiedergabe mit einer physischen Nadel entstehen könnte. Wahrscheinlich werden mehr mittige Frequenzen übertragen, ohne die Höhen und Tiefen zu beschneiden.

Diesen Eingriff in die Frequenzen nehmen bei digitalen Aufnahmen und Wiedergaben häufig automatische Tools vor. Er soll die Daten auf angemessene Weise so komprimieren, dass sie auf den Datenträger passen. Eine derartige Technologie gibt es bei Schallplatten nicht. Das könnte der Grund für ihren warmen Klang sein.

Argumente für digitale Datenträger

Die Verfechter von CD und USB-Stick oder neuerdings Online-Stream argumentieren wie folgt:

  • Digitale Datenträger können einen höheren Dynamikumfang darstellen (90 dB vs. ~60 dB bei der Schallplatte). Diesen braucht zwar kein Hörer, doch es stimmt in der Tat: Die Unterschiede zwischen ganz leise und ganz laut sind auf einem digitalen Datenträger größer. Vielleicht stört es die Fans der Schallplatte, dass er von den Technikern in der Nachbearbeitung brutal ausgereizt wird, was auch bei Klassikaufnahmen zu einem verfälschten Ergebnis führt. So laut oder leise, wie es eine CD darstellt, spielt kein klassisches Orchester.
  • Differenzierung der Dynamik: Genauso können digitale Datenträger feinere dynamische Unterschiede darstellen (± 0,5 dB vs. ± 3,0 dB bei der Schallplatte). Auch das ist in Wahrheit ein Feature, das niemand braucht.
  • Verzerrung: Es stimmt: Plattennadeln lassen eine Schallplatte verschleißen, was die Klangqualität im Laufe der Zeit leicht beeinträchtigt. Typischerweise knistern die Platten dann ein wenig. Diesen Effekt gibt es bei einem digitalen Datenträger nicht.

Fazit

Es bleibt dabei: Aufgrund verschiedenster Faktoren klingen wohl Schallplatten wirklich wärmer und vor allem naturgetreuer. Das liegt wahrscheinlich am reicheren Frequenzspektrum und auch daran, dass Techniker mit wenig Hörerfahrung (hierzu müssten sie ausgebildete klassische Musiker sein) viel zu viel an den digitalen Aufnahmen herumspielen. Das ist zwar eine subjektive These, doch sie erscheint zwingend.

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