Die letzten Menschen betraten am 11. Dezember 1972 den Mond. Es waren die beiden US-Astronauten Eugene Cernan und Harrison Schmitt, die mit der Apollo 17 unterwegs waren, ihr Kollege Ron Evans blieb während der Landung im Mondorbit. Nun sollen wieder private und staatliche Missionen mit Menschen an Bord zum Erdtrabanten starten. 

Wer will zum Mond? 

US-Präsident Donald Trump will gern spätestens 2024 die erste Frau zum Mond schicken. Der Unternehmer Elon Musk (SpaceX, Tesla) will private Touristen zum Mond schicken. Der erste private Raumfahrer könnte der japanische Milliardär Yusaku Maezawa werden, die Mission ist schon für 2023 geplant. Wenn dessen Geld reicht und die Technik mitspielt, will er noch einige Künstler mitnehmen, die anschließend ihre Erfahrungen in ein Kunstprojekt einfließen lassen sollen. 

Maezawa treibt die Frage um, wie wohl Picasso eine Reise zum Mond verarbeitet hätte. Der Flug soll mit der Big Falcon Rocket von SpaceX stattfinden, die sogar für Reisen zum Mars ausgelegt ist. Allerdings sollen die privaten Raumfahrer den Mond nur umrunden, nicht auf ihm landen. Damit hätte Donald Trump, der eine handfeste Landung mit Astronauten plant, die Nase vorn. 

Der neue Wettlauf mutet etwas kurios an, weil die Menschheit den ersten Fuß auf den Mond schließlich schon vor glatt einem halben Jahrhundert setzte (Neil Armstrong und Buzz Aldrin am 21. Juli 1969). Doch nun muss alles von vorn beginnen: Zunächst sind wieder bemannte Umrundungen des Mondes geplant. 

Was bringt die Mondlandung der Weltraumforschung? 

Wenn man den Kritikern der kostenträchtigen Prestigeprojekte glaubt: wenig bis nichts. Doch Menschen sind Entdecker und loten gern die eigenen Grenzen aus. Sie klettern auch unter Lebensgefahr 8.000 m hohe Berge hinauf oder probieren den Marathon über 42 km. Dabei geht es immer auch um Wettbewerb. 

Die amerikanischen Flüge zum Mond Ende der 1960er bis Anfang der 1970er Jahre sollten die Nation wieder nach vorn bringen, nachdem die Sowjetunion zuvor mit Juri Gagarin den ersten Menschen ins All gebracht hatte. America First hieß im Grunde schon damals die (seinerzeit unausgesprochene) Devise. 

Daher passt der Plan, die erste Frau auf dem Mond landen zu lassen, bestens zu Donald Trumps Selbstverständnis. Was das alles konkret der Weltraumforschung bringt, bleibt jedoch umstritten. Diese funktioniert mit Teleskopen auf der Erde oder auch mit der Weltall-Beobachtung von unbemannten Sonden aus wesentlich effizienter, weil viel kostengünstiger. 

Dennoch sind Mondlandungen nicht nutzlos, wie ESA-Wissenschaftler anmerken: Wenn die Menschheit auf anderen Planeten landen will – der Mars steht zuerst auf der Agenda –, muss sie hierfür die Landung auf anderen Himmelskörpern proben. Der Mond ist für diesen Zweck das am besten geeignete Testgelände.

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