Künstliche Intelligenz hat zusammen mit der Digitalisierung eine Revolution in der Medizin ausgelöst. Sie ist vergleichbar mit großen Erforschungen wie der 1874 erfolgten Entdeckung des Penicillins.

Interdisziplinäre Wissenschaft

Anders als bei der rein chemisch indizierten Entdeckung von Penicillin und anderen Arzneistoffen geht es dieses Mal um die interdisziplinäre Forschung. Zwei Schlüsseltechnologien der Informatik werden auf die Medizin übertragen: Big Data und KI (Künstliche Intelligenz). Computerchips werden immer leistungsfähiger, Daten können gleichzeitig ohne Probleme drahtlos übertragen werden. 

Daher ist es heute möglich, zu geringen Kosten riesige Mengen an Gesundheitsdaten zu sammeln und zu übertragen. KI-Systeme durchsuchen diese Datenmengen nach Korrelationen und Auffälligkeiten. Mit jedem Analysevorgang steigt die Treffsicherheit der selbstlernenden Systeme.

Wearables für die Frühdiagnostik

Wearables sind tragbare Computersysteme mit Sensoren, die Daten aus ihrer Umgebung auslesen und verarbeiten können. Das können Gesundheitsdaten ihrer Träger wie die eigene Aktivität, der Puls, die Herzfrequenz oder die Körpertemperatur sein. 

Wearable ist ein Überbegriff für alle tragbaren Systeme, die für die Medizin relevanten Geräte sind unter anderem die Activity Tracker (Fitness- oder Gesundheits-Armbänder). Sie messen die genannten Daten und zum Beispiel auch Laufstrecken, den Energieumsatz und die Schlafqualität. Sie können mit einer Smartphone-App gekoppelt werden und die Daten auf den eigenen Rechner oder sogar zu einem Arzt überspielen. 

Das ermöglicht die gesundheitliche Überwachung von Sportlern ebenso wie die Früherkennung von Problemen bei Herzpatienten. Die medizinischen Anwendungsfälle nehmen stetig zu.

KI für die Krebsdiagnostik

Ärzte können heute mit KI-basierten Assistenzsystemen weltweit auf medizinische Informationsquellen zugreifen. Das ermöglicht auch die bessere Krebsdiagnostik, weil bestimmte Symptome und Diagnosen global mit vergleichbaren Fällen abgeglichen werden können. Künstliche Intelligenz errechnet aus dem Abgleich blitzschnell Prognosen für bestimmte Szenarien. 

Patienten und Ärzte profitieren von diesem Frühwarnsystem, sie können viel schneller und gezielter eine adäquate Therapie einleiten. In Deutschland gibt es jährlich eine halbe Million Krebsneuerkrankungen und rund 220.000 Todesfälle infolge von Krebs. Inzwischen gibt es aber KI-basierte Assistenzsysteme, die den Arzt bei seiner Entscheidungsfindung unterstützen können. 

Die Forschung ist noch jung, einen wirklichen Durchbruch und die Anwendung in der breiten medizinischen Praxis erwarten Experten etwa ab 2023. Etwas weiter sind die KI-Systeme schon bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, hier leisten sie bereits eine höchst effiziente Arbeit. Die Heilungs- und Überlebenschancen der betroffenen Patienten dürften schon in wenigen Jahren sehr deutlich gestiegen sein.

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