Beim schwedischen Möbelriesen Ikea dürfte es die Möbel bald auch zur Miete geben – jedenfalls ein bestimmtes Sortiment. Entsprechende Pläne hat der Konzern nicht nur in der Pipeline, er testet sie schon auf Einzelmärkten.

Ikea will Langlebigkeit fördern

Die Ikea-Möbel sollen durch künftige Mietangebote länger genutzt werden. Das Ganze soll sich natürlich für die Kunden und auch für Ikea rechnen. Mit dem Angebot will der Konzern dem erhöhten Bedürfnis der Verbraucher nach nachhaltigen Produkten und Umweltschutz Rechnung tragen. Ikeas Mutterkonzern, die niederländische Ingka Holding, wird als Leasinggeber auftreten. 

Ab 2020 will die Ingka Gruppe die Möbelmiete in allen 30 Ländern testweise anbieten, in denen das Unternehmen Standorte betreibt. Die Kunden sollen dadurch die Ikea-Produkte nachhaltiger erwerben, persönlich pflegen und am Ende wieder weitergeben. Damit reagiert Ikea auf Verbraucherumfragen zur Kreislaufwirtschaft. Die Möbelmiete wird in juristischer Hinsicht eher ein Leasing sein, bei dem der Kunde im Gegensatz zur echten Miete von der Instandhaltungspflicht entbunden wird. 

Ikea will die Instandhaltung der gebrauchten Möbel selbst übernehmen. Der Kunde bekommt für die monatliche Leasingrate ein Ikea-Möbelstück gestellt, das Eigentum des Unternehmens bleibt. Es verpflichtet sich zur Rücknahme und zu eventuellen Reparaturen während der Leasinglaufzeit. Es könnte aber sein, dass in der Leasingrate eine Versicherung gegen schwere Schäden enthalten ist.

Wie kommt Ikea auf die Miet-Idee für Möbel?

Der Konzern hat eigene Untersuchungen angestellt und dabei ermittelt, wie sich die Beziehungen der Menschen zu den genutzten Produkten verändern. Nachhaltigkeit ist dabei ein zentrales Thema. Abfall soll vermieden werden, was nur funktioniert, wenn Besitztümer länger genutzt werden. Darauf verwies in einem Statement die Direktorin der Ingka Gruppe Pia Heidenmark Cook. 

Sie verantwortet unter anderem alle Nachhaltigkeitsthemen beim Konzern. Bei Ikea gibt es schon die nötige Expertise zu den Einrichtungsgewohnheiten von Menschen und gleichzeitig zur nachhaltigen Produktion, so Cook. Diese Kenntnisse könne man nun im neuen Geschäftsmodell verknüpfen. Dabei werde ein neuer, sehr viel nachhaltigerer Ansatz entstehen, der für viele Kunden höchst relevant sei. 

Den entsprechenden Bedarf hat die Ingka Gruppe durch ihre eigene Verbraucherforschung ermittelt. Unter anderem untersuchten die hauseigenen Experten, wie persönliche Besitztümer ins Heim gelangen, dort genutzt und anschließend weitergegeben werden. Ein Mietmodell für Möbel passt offenbar in die heutigen Lebensgewohnheiten, wie Ikea auf Teilmärkten in Schweden, den Niederlanden, Polen und der Schweiz testete. 

Die deutschen Kunden werden sich allerdings noch bis 2020 gedulden müssen, ehe sie Ikea-Möbel mieten können.

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  • (Beitragsbild: ikea-moebel-zur-miete-unternehmen): © mastrminda / Pixabay.com