April 2019: Vodafone will in nächster Zeit hierzulande 2.000 neue Funkmasten aufstellen, wie sein Deutschlandchef Ametsreiter mitteilte. Es geht dabei auch um Datenübertragungen für das IoT (Internet of Things), das künftig auch im ländlichen Raum perfekt funktionieren soll.

Der jüngste Mobilfunkstandard 5G, für den gerade die Lizenzen versteigert werden, ist für den Telekommunikationskonzern dabei aber eher unbedeutend.

Flächenabdeckung bis 95 %

Bis September 2019 will Vodafone in Deutschland eine Flächenabdeckung von 95 % erreichen und damit “jede Milchkanne” erreichen (O-Ton Ametsreiter). Man werde aber auf den 4G-Mobilfunkstandard (LTE) setzen, der immerhin Datenübertragungen bis 100 Mbit/s (in Einzelfällen auch mehr) ermöglicht.

Der 5G-Standard mit der 100-fachen Geschwindigkeit (bis 10 Gbit/s) erscheint den Vodafone-Technikern möglicherweise zu teuer und bei der Kosten-Nutzen-Abwägung nicht profitabel genug. In der Tat ist es so, dass die meisten Menschen in Deutschland mit 3G oder dem Festnetzäquivalent unterwegs sind – sie geben sich mit Datengeschwindigkeiten von ~10 MBit/s zufrieden.

Das reicht für die meisten Online-Anwendungen von Privatmenschen inklusive Video- und Musikstreaming, lediglich Gamer hätten gern etwas mehr Geschwindigkeit und Durchsatz. Die Industrie benötigt freilich etwas mehr Power im Netz, beim IoT dürfte 4G gerade gut genug sein. 5G hingegen gilt den wirklichen Fachleuten bislang eher als Hype (den es etwa ab 2011 auch um 4G gab), doch der praktische Bedarf ist bislang eher klein.

Die Kosten aber dürften hoch ausfallen, wenn ein Anbieter seinen Kunden wirklich so ein superschnelles Netz offerieren will. Dennoch bietet Vodafone zusammen mit drei anderen Providern bei 5G mit. Ametsreiter verweist aber darauf, dass dieser Standard bis zu wirtschaftlichen Anwendungen noch einige Zeit brauchen wird.

Vorteile von 4G vs. 5G

4G funkt unter anderem auf dem Narrowband (Schmalband um 800 Mhz). Dabei werden niedrigere Frequenzen mit sehr hohen Reichweiten genutzt. Die derzeit versteigerten 5G-Frequenzen hingegen bewegen sich um 2 GHz und höher, was die Reichweite (noch) einschränkt. Man geht mit Stand Frühjahr 2019 davon aus, dass 4G für das IoT etwas besser geeignet sein könnte.

So sollen dessen Funkwellen durch dicke Wände von Fabriken oder Kellern dringen, was eine Voraussetzung für IoT-Mobilfunkdaten ist. Allerdings könnte 5G auch in dieser Hinsicht aufholen, weshalb geplant ist, früher oder später 4G in 5G aufgehen zu lassen.

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