Die Firmen, die in Deutschland den Cannabis-Anbau betreiben dürfen, stehen nun fest. Es handelt sich um ein deutsches Start-up und zwei kanadische Unternehmen, wie das Handelsblatt am 04.04.2019 meldete. Die Entscheidung ist allerdings noch nicht vollkommen endgültig.

Zuschlag für Demecan, Aurora und Aphria

Insgesamt wurden 13 Lose verteilt. Das Berliner Start-up Demecan, das es seit 2017 gibt, erhielt nach der vorläufigen Meldung drei Lose, fünf Lose entfielen auf Aphria und die restlichen fünf auf Aurora. Auf die Lizenzen hatte es zuvor einen großen Ansturm gegeben. 

Wer das Cannabis anbauen darf, verfügt mehr oder weniger über die Lizenz zum Gelddrucken. Seit 2017 dürfen Ärzte in Deutschland Cannabis an Schwerkranke auf Rezept verschreiben. Beim Bezug gibt es aber Engpässe, der Medizinalhanf muss importiert werden. Die deutsche staatliche Cannabisagentur hatte daher den Anbau von Cannabis in Deutschland ausgeschrieben und stieß auf sehr großes Interesse. 

Es meldeten sich insgesamt 79 Bieter, wie das Bfarm (Bundesinstitut für Arzneimittel/Medizinprodukte) nach dem Beginn der Ausschreibung mitgeteilt hatte. Nachdem nun die drei genannten Unternehmen ihre Lose erhalten haben, dürften sie nach der endgültigen Bestätigung durch das Bfarm mit dem Anbau beginnen und Ende 2020 das erste Cannabis ernten. Es dient vorerst nur der Versorgung der schwerkranken Patienten, daher werden keine sehr großen Mengen verkauft werden. 

Die Zahl dieser Personen, denen nur Cannabis eine Linderung ihrer Schmerzen bringt, ist nicht hoch, es könnten in Deutschland rund 1.000 Fälle sein. Doch die Firmen denken weiter: In vielen Staaten der Welt einschließlich einiger US-Bundesstaaten darf Cannabis mit THC-Anteil inzwischen auch in kleinen Mengen zum privaten Verbrauch verkauft werden. Hinzu kommt das (fast) THC-frei Cannabidiol, das es schon längst legal gibt und für das sich aktuell ein hervorragender Markt entwickelt. 

Sollten in Deutschland alsbald liberalere Gesetze folgen, könnten die drei Unternehmen mit einer gigantischen Nachfrage außerhalb des Medizinsektors rechnen.

Produktionsmenge rund zehn Tonnen

Die Ausschreibung bezog sich auf exakt 10,4 Tonnen Cannabis, das ist in etwa die Menge, die Deutschland bislang aus den Niederlanden importiert. In Deutschland gelang es bis Ende 2018 rund 1.000 Schwerstkranken, die Genehmigung für ein Cannabisrezept zu erhalten. 

Die deutschen Ärzte verschrieben von Januar bis Juni 2018 das Schmerzmittel in etwa 80.000 Fällen, also pro Patient durchschnittlich 80 Mal.

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  • (Beitragsbild: cannabis-anbau-zuschlag-erteilt-unternehmen): © cytis / Pixabay.com