Selbst fahrende Autos gibt es längst, das autonome Fahren gehört zu den stärksten Trends der Automobilbranche. Es erfordert neue Sicherheitskonzepte, denn nach wie vor werden die Insassen mit Gurt und Airbag vor einem Aufprall geschützt – jedoch aufgrund veränderter Sitzpositionen auf eine neue Art und Weise.

Besonderheiten im Robo-Auto

Es gibt hinsichtlich der Sicherheit im autonomen Auto einige Besonderheiten zu beachten. Zunächst einmal ist wichtig, dass Gurt und Airbag keinesfalls abgeschafft werden, auch wenn selbst fahrende Autos imstande sind, sich im Gefahrenfall in eine für die Insassen ungefährlichere Position zu steuern.

Der Gurt bleibt gesetzliche Pflicht, den Airbag legen die Hersteller selbstverständlich oben drauf. Beides zusammen schützt die Insassen sehr effektiv, denn der Gurt nimmt zwei Drittel, der Airbag den ganzen Rest der Energie bei einem Aufprall auf. Beides funktioniert in Kombination, weil der Gurt den Insassen zurückhält, der Airbag ihn abdämpft. Daran ändert sich im autonom fahrenden Auto nichts.

Doch das Lebensretterduo Gurt-Airbag muss nun neue Aufgaben bewältigen, weil sich die Sitz- bzw. Aufenthaltspositionen der Insassen entscheidend ändern werden. Schließlich sind sie kaum noch motiviert, aufrecht sitzend nach vorn zu schauen, um die Straßenlage zu beobachten – beim herkömmlichen Fahren eine Notwendigkeit für den Fahrer und ein Instinkt seiner Beifahrer.

Wenn das Auto denkt und lenkt, werden wir hingegen zunehmend rechtwinklig oder rückwärts zur Fahrtrichtung sitzen und auch im Auto liegen. Es gibt also nicht mehr die traditionelle Normposition, an der sich bislang die Konstruktion von Gurten und Airbags orientiert.

Neue Variantenvielfalt bei Gurt und Airbag

Experten sind davon überzeugt, dass das autonome Fahren die Variantenvielfalt beim Gurt-Airbag-System sehr deutlich erhöhen wird. Die Industrie arbeitet schon daran, der Gesetzgeber denkt noch nach, welche neuen Sicherheitsvorschriften eventuell juristisch verankert werden müssen.

Das Sicherheitssystem muss auf jeden Fall mehr Möglichkeiten als gegenwärtig abdecken. Der frontale Aufprall im herkömmlichen Fahrzeug könnte im autonomen Auto für einige der Insassen ein Seitenaufprall oder gar ein rückwärtiger Aufprall mit gewaltiger Kraft werden. Allerdings gibt es auch heute schon Fahrzeuge – etwa Wohnmobile oder Stretch-Limousinen – mit anderen Sitzpositionen.

Doch diese Ausnahmen toleriert der Gesetzgeber einfach. Das führt teilweise zu verheerenden Unfällen wie Ende 2018, als in den USA eine ganze Hochzeitsgesellschaft in einer Stretch-Limo tödlich verunglückte. Da sich autonomes Fahren flächendeckend durchsetzen wird, wie jedermann glaubt, müssen die Vorschriften nun angepasst werden.

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